Handelsfachwirte - die neue Prüfungsordnung ist da!

Geprüfte Handelsfachwirte IHK:
Neue Prüfungsordnung - näher am Puls der Praxis & schlankere Prozesse!

Dr. Jens Stuhldreier
Als Leiter der Regionalagentur NiederRhein  versiert in allen Fragen der beruflichen Weiterbildung: Aufgrund seiner vielfältigen bzw. interdisziplinären Qualifikationen ist Dr. Jens Stuhldreier der SOMMERHOFF-Trainer, welcher   die größte Zahl an Unterrichtsfächern abdecken kann. Und dies stets zur besten Zufriedenheit unserer Absolventen...

Karlheinz  Schlecht
Unterrichtet exklusiv für SOMMERHOFF: Top-Trainer Karlheinz Schlecht ist seit vielen Jahren in verschiedenen Prüfungsausschüssen tätig und weiß deshalb, worauf es bei der Vorbereitung ankommt.

Wandel im Handel – die Änderungen durch die neue Prüfungsordnung für "Geprüfte Handelsfachwirte IHK"

Michael Sommerhoff hat bisherige und neue Rechtsverordnung (nachstehend jeweils mit VO abgekürzt) analysiert und einander gegenübergestellt. Das Fazit und seine Empfehlung zwecks Entscheidungshilfe lesen Sie in dem nachstehenden Beitrag.

Nach 8 Jahren hat das BMBF (= Bundesministerium für Bildung und Forschung) die öffentlich-rechtliche und bundeseinheitliche Fortbildungsprüfung der "Geprüften Handelsfachwirte IHK" umfassend überarbeitet, den aktuellen Entwicklungen der Branche angepasst und eine entsprechend erneuerte Rechtsverordnung am 13.05.2014 verabschiedet; diese ist am 01.01.2015 in Kraft getreten.

Gemäß § 9 der VO vom 13.05.14 kann bei Prüfungen, die bis zum Ablauf des 31. Januar 2017 ange-meldet werden, die Anwendung der bisherigen Vorschriften (= Prüfung nach VO 2006) beantragt werden; der Prüfungsprozess ist dann bis spätestens zum 31. Juli 2018 zu Ende zu führen.

Soweit die Formalien... Und nun zu der Frage, welche wesentlichen Änderungen die neue Verordnung mit sich bringt.


Der schriftliche Prüfungsteil


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"Learning On Demand" mit SOMMERHOFF 4.0 - Lernen, wann, wo und wie Sie wollen!
Sie sind auf Dienstreise und haben an den Abenden Zeit, um im Hotel zu lernen? Dann ist es für Sie sicherlich von Vorteil, dass wir unsere hauseigenen Seminarunterlagen und Skripte in digitalisierter Form zur Verfügung stellen, die somit an jedem Ort jederzeit verfügbar sind – und nicht "ins Gewicht fallen"...

Abgesehen von dem genannten Beispiel möchten wir mit der Digitalisierung unserer Materialien dazu beitragen, dass der eine oder andere Baum weniger gefällt werden muss – sicherlich auch in Ihrem Sinne! 

Leseproben finden Sie hier.
Michael Goll
Top-Trainer Michael Goll ist seit vielen Jahren für SOMMERHOFF und in verschiedenen Prüfungsausschüssen tätig. Er steht unseren Teilnehmern mit Rat und Tat zur Seite und weiß aufgrund seiner umfangreichen Erfahrung, worauf es bei der Prüfungsvorbereitung ankommt.

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Learning-On-Demand mit den SOMMERHOFF-Video-Podcasts
Der in allen Rechtsverordnungen, die in den letzten ca. 5 Jahren "ins Werk gesetzt" wurden, erkennbare "Trend" zur Situationsaufgabe findet sich nun auch bei den Handelsfachwirt-Klausuren künftiger Prägung wieder. Die Inhalte, welche im Detail dem Rahmenstoffplan des DIHK (= Deutscher Industrie- und Handelskammertag) entnommen werden können, werden nicht mehr innerhalb fachspezifischer Klausuren, sondern "handlungsorientiert" und damit ganzheitlich mittels sogenannter "Situationsaufgaben" abgeprüft. Beispielsweise werden nach neuer Verordnung keine separaten Klausuren zu den Fachgebieten "Handelsmarketing", "Beschaffung & Logistik" oder "Volkswirtschaftslehre" mehr gestellt; diese "Disziplinen" werden vielmehr im Rahmen der nunmehr 2 "Situationsaufgaben" thematisiert.

Die erste Situationsaufgabe beinhaltet die beiden Handlungsbereiche "Unternehmensführung & -steuerung" und "Führung, Personalmanagement, Kooperation & Kommunikation"; die zweite schriftliche Klausur hat 2 Pflicht-Handlungsbereiche, nämlich "Handelsmarketing" und "Beschaffung & Logistik", zum Gegenstand; zudem muss ein Wahl-Handlungsbereich hinzugezogen werden (gewählt werden kann Vertriebssteuerung, Handelslogistik oder Einkauf).

Neu ist die Möglichkeit, den Prüfungsprozess auf mindestens 2 Prüfungszeiträume zu verteilen, beispielsweise kann die erste schriftliche Teilprüfung im Frühjahr 2017, die zweite im Herbst 2017 abgelegt werden. Erst nach Ablegen der ersten (240-minütigen) schriftlichen Teilprüfung werden Sie zur zweiten Klausur zugelassen. Das Bestehen der ersten schriftlichen Teilprüfung ist hierzu allerdings nicht Voraussetzung.

Zum Bestehen muss in jeder der beiden schriftlichen Teilprüfungen eine Punktzahl von 50 erreicht werden. Gelingt dies nicht, muss die nicht erfolgreich absolvierte Teilprüfung im Rahmen des nächsten Prüfungszeitraumes (also etwa 6 Monate später) wiederholt werden. Eine bestandene Teilprüfung bleibt erhalten bzw. ist anrechenbar; es ist also jeweils nur die nicht bestandene Klausur erneut abzulegen. Wer eine Teilprüfung zwar bestanden hat, aber mit der erreichten Note nicht zufrieden ist, hat die Möglichkeit, auch eine bestandene Teilprüfung einmal zu wiederholen, um sich verbessern zu können. Allerdings besteht hier natürlich auch das Risiko einer Verschlechterung…

Wichtig: Anders als nach VO 2006 sind mündliche Ergänzungsprüfungen bei Nichtbestehen schriftlicher Prüfungen nicht mehr möglich!

Nach neuer VO 2014 gilt: Die in den beiden schriftlichen Situationsaufgaben erreichten Punktzahlen und das sich hieraus ergebende arithmetische Mittel werden auf dem Zeugnis ausgewiesen.


Die obligatorische mündliche Prüfung


Diese besteht auch nach neuer VO 2014 aus einer (maximal 15-minütigen) Präsentation und einem sich anschließenden Fachgespräch.

Wie schon nach alter VO 2006 muss der Prüfling auch nach neuer VO dem Prüfungsausschuss vorab (am Tage der 2. schriftlichen Teilprüfung) ein Präsentationsthema einreichen. Das Thema muss sich jeweils auf einen Handlungsbereich der ersten und der zweiten schriftlichen Teilprüfung beziehen.

Auch nach VO 2014 ist im Anschluss an die Präsentation ein ca. 20-minütiges praxisbezogenes Fachgespräch vorgesehen, in dessen Verlauf Berufswissen in handelsbetriebstypischen Situationen angewendet werden soll.


Die mündliche Prüfung hat erheblichen Einfluss auf die Gesamtnote!


Anders als die VO 2006 sieht die VO 2014 den Ausweis einer Gesamtnote auf dem Zeugnis vor. Diese ergibt sich aus der durchschnittlichen Punktzahl für die 2 schriftlich zu absolvierenden Situationsaufgaben und dem Ergebnis für die mündliche Prüfung. Letztere hat also einen Anteil an der Gesamtnote von 50 %, obwohl der zeitliche Anteil der mündlichen an der Gesamtprüfung "verschwindend" gering ist (540 Minuten schriftliche Prüfung im Verhältnis zu maximal 35 Minuten, die auf die mündliche Prüfung entfallen).

"Laufen" Präsentation und Fachgespräch gut, hat dies ganz erheblichen Einfluss auf die Gesamtnote: Mit einer starken mündlichen Leistung kann man also "das Ruder noch herumreißen" und einen möglicherweise "bescheiden" ausgefallenen schriftlichen Prüfungsteil ausgleichen.


Erlass der schriftlichen Ausbildereignungsprüfung


Sofern Sie in Ihrem Unternehmen zukünftig als Ausbilder tätig werden möchten, müssen Sie den Nachweis der Ausbildereignung führen. Hierzu ist eine dreistündige schriftliche und eine mündliche Prüfung zu absolvieren. Wurde die Prüfung zum/zur "Handelsfachwirt/in" erfolgreich abgeschlossen, wird Ihnen der schriftliche Teil der Ausbildereignungsprüfung erlassen; es ist lediglich eine Präsentation oder Unterweisung mit anschließendem Prüfungsgespräch zu meistern (die diesbezügliche Vorbereitung ist in unserem Studienkonzept bereits enthalten und muss nicht gesondert gebucht werden).

Hier weisen die Regelungen der neuen VO 2014 einen Vorteil auf: Nach alter VO 2006 war ein Erlass der schriftlichen Ausbilderprüfung nur dann möglich, wenn im Rahmen der schriftlichen Prüfung ein ganz bestimmter Handlungsbereich gewählt wurde: Mitarbeiterführung und –qualifizierung. Nach aktueller VO ist dies nicht mehr Voraussetzung; die schriftliche Ausbilderprüfung wird jedenfalls erlassen, sofern die Fachwirt-Prüfung erfolgreich beendet wurde – ungeachtet der Frage des Wahl-Handlungsbereiches.


Fazit: Der Prüfungsprozess ist erheblich zugunsten der "Kandidaten" umgestaltet worden


Sommerhoff 290 2233
Unser Studienleiter Michael SOMMERHOFF
Die wesentlichen Änderungen der VO 2014 sind nicht inhaltlicher Art; an den Fachgebieten, welche Gegenstand der Prüfung sind, hat sich ausweislich des DIHK-Rahmenstoffplans kaum etwas verändert.

Prüfungsweise und -prozess sind allerdings erheblich umgestaltet worden – und dies eindeutig zugunsten der Prüfungskandidaten. Erfahrungsgemäß "problematische" Fachgebiete wie z. B. "Volkswirtschaftslehre" haben aufgrund des fachübergreifenden Ansatzes der Situationsaufgaben nur noch geringen Einfluss auf das Gesamtergebnis.

Zudem ermöglicht das starke Gewicht der mündlichen Prüfung den Ausgleich einer eventuell nicht rundum gelungenen schriftlichen Prüfung, was den tendenziell kommunikationsstarken und vertriebsorientierten Mitarbeitern des Groß- und Einzelhandels sicherlich zum Vorteil gereichen und ihnen den erfolgreichen Fortbildungsabschluss sicherlich erleichtern wird.

Am 12. März 2017 beginnen wir bundesweit unsere neuen 12-monatigen Sonntagsstudiengänge, mit der wir Sie auf die Prüfungen im Frühjahr 2018 vorbereiten werden und die wir erstmalig nach aktueller Rechtsverordnung 2014 ausrichten werden.

Im Falle von Fragen sind mein Team und ich gern für Sie da! Besuchen Sie unsere in den kommenden Monaten bundesweit stattfindenden Informationsveranstaltungen, rufen Sie uns an unter 0201 220 980 oder schreiben Sie an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Herzlich, Ihr

Michael Sommerhoff


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